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Congresshalle

Montag, 04. Februar 2019 Beginn: 20:00 (Einlass: 19:00) vor. Ende: 22:30

Veranstalter: Saarländisches Staatstheater


4. Sinfoniekonzert
Bildquelle: Veranstalter
Info

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HIMMEL- UND HÖLLENFAHRT

Dirigent Yoel Gamzou, Saarländisches Staatsorchester

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur (Fassung von Yoel Gamzou 2010)

 

Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 10 zählt zu den großen Fragmenten, den großen »Unvollendeten« der Musikgeschichte, der Komponist starb, bevor er sie vollendet hatte. Etwas mehr als zwei Sätze waren bereits instrumentiert, von den anderen Sätzen gab es ein nicht ganz vollständiges Particell. Am 5. September 1910 arbeitete Gustav Mahler zum letzten Mal am Manuskript. Genau 100 Jahre später stellte der damals erst 23-jährige Dirigent und Komponist Yoel Gamzou die »Zehnte« in einer neuen Rekonstruktion vor und ergänzte die Aufführungsversionen um eine, mit der er Mahlers Seelenzustand beim Komponieren dieser Sinfonie spürbar machen wollte. Mahlers Manuskript ist durchsetzt von heftigen verbalen Gefühlsausbrüchen. Auf der Lage der Notenblätter, die den 4. Satz enthält, steht: »Der Teufel tanzt es mit mir. Wahnsinn, fass mich an, Verfl uchten! vernichte mich, dass ich vergesse, das ich bin!« Doch bei aller Dramatik enthält diese Sinfonie auch überirdisch schöne Momente voller Wohlklang, der Adagio-Satz ist ein einziger großer Gesang, der sich scheinbar außerhalb der Schwerkraft bewegt.

Gamzous Orchestrierung ist die vielleicht emotionalste Rekonstruktionsversion. Sie spiegelt die Himmel- und Höllenfahrt von Mahlers seelischen Katastrophen, wobei Gamzou auf der Basis des vorhandenen Materials etwas Eigenes geschaffen hat. Er selbst wusste, die 10. Sinfonie wird nie so klingen, wie Mahler sie erdacht hat, aber er wagte den Versuch, die Botschaft lebendig werden zu lassen.

Die festliche Uraufführung von Gamzous Rekonstruktion fand im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2010 in der Synagoge Rykestraße in Berlin statt und wurde von Kritik und Publikum mit höchstem Lob bedacht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte die Aufführung »ein pralles, symphonisches Naturereignis«.

TIPP: KINDERMUSIKWERKSTATT BEI SONNTAGSKONZERTEN

Musikbegeisterte Kinder zwischen vier und neun Jahren sind während der Sonntagskonzerte herzlich eingeladen, spielerisch das Orchesterinstrumentarium und ein Werk des Programms kennenzulernen. Los geht´s um 10:30 Uhr, in der Konzertpause gibt es Brezeln und Wasser zu Stärkung. Dieses Angebot (3 € pro Kind) gilt nur in Kombination mit dem Kauf einer Konzertkarte.


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